Von Bea, 16. Oktober 2009, 11:38 Uhr

Alain Caparros ist der Chef des Lebensmittelhändlers Rewe, und damit auch Herr über Penny, toom und Comet. Rewe bestimmt als zweitgrößter deutscher Lebensmittelhändler den Wettbewerb in der Lebensmittelindustrie deutlich mit.

Doch bei seiner Rede zur Eröffnung der Lebensmittelmesse Anuga übte Caparros deutliche Selbstkritik.

Wie spiegel.de schreibt „geriet seine Rede zu einer Abrechnung mit dem Discountwahn der eigenen Branche.“

Caparros erklärte, dass in keinem anderen Land der Marktanteil der Discounter höher sei. Nirgends sei der Billigwettbewerb so ausgeprägt wie in der Bundesrepublik. Und er gibt sich und den anderen Lebensmittelhändlern selbst die Schuld. Man hätte die Verbraucher zu gnadenlosen Schnäppchenjägern erzogen.

Die zehn Preissenkungswellen in diesem Jahr sind laut Caparros Wertvernichtung und alles andere als zukunftsfähig. Dieser Preisspirale nach unten könne man nur durch Nachhaltigkeit, das heißt durch höhere und damit verantwortungsvollere Preise entkommen.

Darum möchte Caparros jetzt wirklich handeln: Er plant, bis 2015 den CO-2-Ausstoß des Rewe-Konzerns um 30 Prozent zu senken. Schon jetzt bezieht der Händler seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.


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